| Veranstaltung: | Jahreshauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 13. Verschiedenes |
| Antragsteller*in: | Jan Eckhoff (Kreisgeschäftsführer) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 13.03.2026, 13:03 |
Stellungnahmen zum Satzungsprozess / Urabstimmung
Antragstext
Der KV Hagen beschließt, folgende Stellungnahmen zum
Satzungsprozess/Urabstimmung des Bundesverbandes an die Satzungskommission
abzugeben:
1. BUNDESVERSAMMLUNG
Eine Partei, die sehr viel größer wird, muss ihre Strukturen dem Wachstum
anpassen. Deshalb begrüßen wir generell den Reformprozess. Wir begrüßen
ebenfalls die geplanten Änderungen zur Grundmandatsklausel.
Grundsätzlich sehen wir das Frauenstatut der GRÜNEN als eines der wichtigsten
Prinzipien unserer Partei an. Durch die Grundmandatsklausel zur
Bundesversammlung sind jedoch über 250 kleine Kreisverbände in Deutschland
strukturell benachteiligt. Finden sich dort keine Frauen als ordentliche
Delegierte, sind die Kreisverbände komplett von der Willensbildung auf der BDK
ausgeschlossen. Engagierte Personen, die keine Frauen sind, sind in diesen
Kreisverbänden grundsätzlich von einer Teilnahme als ordentliche Delegierte
strukturell ausgegrenzt. Eine gerechte Lösung wäre die Anhebung der Grundmanate
auf generell zwei Personen; wir verstehen jedoch, dass das zu erheblichen
organisatorischen Problemen führen würde. Deshalb begrüßen wir die
Konkretisierung des Frauenstatutes bei der Grundmandatsklausel in der
vorgeschlagenen Form mit sehr klaren und strikten Bedingungen.
2. GREMIENREFORM
Eine Partei, die sehr viel größer wird, muss ihre Strukturen dem Wachstum
anpassen. Deshalb begrüßen wir generell den Reformprozess. Bei der Gremienreform
haben wir jedoch deutlichen zusätzlichen Informationsbedarf.
Die Einrichtung eines Mitgliederrates, in dem bei wichtigen, parteiweiten
Entscheidungen auch Mitglieder zu Wort kommen können, die ansonsten keine Ämter
oder Mandate haben, erscheint uns sinnvoll. Allerdings erschließt sich uns
nicht, auf welche Art die Mitglieder gelost werden, ob eine vorherige Bewerbung
notwendig ist und was bei einer Ablehnung passiert. Ohne Kenntnis einer
konkreten Mitgliederratsordnung sehen wir uns außer Stande, uns zu diesem Punkt
eine klare Meinung zu bilden.
Bei der Reform des Parteirates erschließt sich uns nicht, warum wir GRÜNEN ein
solches Gremium in der geplanten Zusammensetzung mit Minister*innen,
Bundesratsmitgliedern usw. überhaupt brauchen. Kontroverse Themen werden in
unserer Partei naturgemäß im Plenum diskutiert und nicht von einer kleinen
Gruppe Machtträger*innen.
3. BUNDESVORSTAND
Eine Partei, die sehr viel größer wird, muss ihre Strukturen dem Wachstum
anpassen. Deshalb begrüßen wir generell den Reformprozess. Die geplanten
Änderungen beim Bundesvorstand sehen wir jedoch deutlich kritisch.
Die Umbenennung der politischen Geschäftsführung in Generalsekretariat halten
wir nicht für sinnvoll, da sowohl der Begriff wie auch eine nicht mehr nur nach
innen gerichtete Funktion, sondern eine weitere Person im Fokus der
Öffentlichkeit, nicht unserem Verständnis von grünen Strukturen entsprechen.
Die weitere Aufweichung der Trennung von Amt und Mandat im Bundesvorstand lehnen
wir ab. Es gehört seit jeher zu den grünen Grundwerten, nicht zu viel Macht auf
zu wenige Personen zu verteilen. Auf Bundesebene muss es möglich sein,
ausreichend engagierte und erfahrene Personen zu finden, die unsere Partei in
ihrer Gesamtheit repräsentieren und nicht gleichzeitig ein politisches
(Bundestags-)Mandat inne haben.
4. VIELFALTSTATUT
Eine Partei, die sehr viel größer wird, muss ihre Strukturen dem Wachstum
anpassen. Deshalb begrüßen wir generell den Reformprozess. Wir begrüßen außerdem
jede Initiative, die die Vielfalt und Repräsentation marginalisierter Gruppen
innerhalb unserer Partei stärkt.
Begründung
Anfang März hat ein groß angelegter Reformprozess der Strukturen und Satzung des Bundesverbandes der GRÜNEN begonnen. Bis zum 31. März 2026 haben alle Mitglieder und Organisationen innerhalb der Partei die Möglichkeit, Stellungnahmen zu den vier Säulen der Reform abzugeben.
Am 11. März 2026 fand im KV Hagen eine Online-Informationsveranstaltung statt, an der zwölf Mitglieder unsere Kreisverbandes teilgenommen haben:
Marcus Brand, Martina Dahm, Jan Eckhoff (Kreisgeschäftsführer), Susanne Emmerich, Karin Köppen (Ratsfraktion, Bürgermeisterin), Stefan Meister, Katrin Münzel, Michael Münzel, Vanessa Oblotzki (Kreisvorstand), Hans-Georg Panzer, Fynn Ole Royla (Grüne Jugend), Barbara Thormählen (Kreisvorstand)
Gemeinsam wurden die geplanten Reformen diskutiert und sich auf Stellungnahmen geeinigt. Diese Stellungnahmen möchten wir mit einem Votum des Kreisveberbandes ausstatten und fristgerecht einreichen.
Zustimmung
- Jan Eckhoff
- Susanne Emmerich

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